dorothy
Ich weiß nicht wieviele FRühlingSommerHerbstundWinter vergehen müssen

Mia,

ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht mit: Du kannst mich mal, am besten kreuzweise. Und dich aus meinem Leben verziehen. Hoffentlich für immer. Ich wünsche Dir alles Schlechte dieser Welt und hoffe, dass Du verreckst. Du an Deinen eigenen Worten erstickst, so wie ich manchmal fast an Dir erstickt bin.

Wahrscheinlich hast Du in letzter Zeit gemerkt, dass ich immer weniger Lust auf Dich hatte und versucht habe Dich zu meiden. Wenn ich Dich dann doch vom Weiten kommen sah, habe ich sofort einen Kloß in meinem Hals gespürt. Aber ich war und bin zu schwach um um zudrehen und wegzulaufen, im Gegenteil, ich breite stattdessen meine Arme aus um dich zu begrüßen. Die erste Schritte auf dich zu, sind wackelig,aber wenn du vor mir stehst, ist alles vergessen und die Unsicherheit kommt erst, wenn ich wieder alleine bin.JEdesmal zerbreche ich mir den Kopf,wie ich reagieren soll/muss/kann wenn du das nächste Mal meinen Weg kreuzt.

Ich weiß, dass Du auf Deine Art etwas Besonderes bist und mich ärgert es, dass Du es auch weißt und Dir darauf etwas einbildest. Du bist so selbstsichert und stark, was mich einschüchtert, bin ich es doch nicht. Manchmal dachte ich, ich kann etwas von dir lernen. Vielleicht tue ich das auch, ich weiß nur nicht, ob du mir die richtigen Dinge lehrst.

Bereits als wir uns das erste Mal begegnet sind, hast Du Dich unglaublich verständnisvoll gezeigt und mich sofort um deine zarten Finger gewickelt. Es ging mir gar nicht gut, und du hattest Erfahrungen damit, hast mir Halt gegeben und Schutz. Aber auch eine Aufgabe und es entstand eine Beziehung, die irgendwie aufregend war, eine Beziehung die aus geben und nehmen bestand. Wie es eigentlich sein soll.

Es war damals tiefster Winter, kalt und schneenass, ich fühlte mich müde und überfordert mit meinem Alltag, mit meinem Leben und den Erwartungen, besonders den eigenen Maßstäbe,setze ich sie doch immer soch hoch. Wichtige Menschen aus meinem Leben waren in meiner Nähe und doch so entfernt von mir, weil ich nicht mehr klarkam, und ich stand auf einmal ganz alleine da.Ich war schwierig und du hast mich trotzdem angenommen,wofür ich dir so dankbar bin.

Wir beide hatten uns schon öfter gesehen und uns im Vorbeigehen auch zugelächelt. Als Du mich dann bei einem weiterem eher flüchtigen Treffen fragtest, ob Du Dich mir dazugesellen kannst, habe ich mich gefreut, dass Du mir Interesse zeigtest. Und über die Schokolade, die Du mir angeboten hast, habe ich mich fast noch mehr gefreut. Wir sind schnell ins Gespräch gekommen, da Du mir mit Deiner leicht verrückten Art sofort sympathisch warst. Du hattest verrückte Ideen,aber ich war dabei!

Nachdem wir uns ein paar Mal in verschiedenen Situationen und an allen möglichen einsamen Plätzen getroffen hatten, habe ich Dich dann auch zu mir nach Hause eingeladen. Ab da kamst du öfter spontan vorbei und gerade immer dann, wenn ich mich einsam fühlte, gelangweilt war oder an mir zweifelte. Ab ob Du einen siebten Sinn dafür hattest. Du warst da,und was ich besonders mochte: Nur bei mir.

Wenn Du dann den Weg zu mir gefunden hast, haben wir uns manchmal einfach am Tisch gegenüber gesessen, geschwiegen und gegessen. Und dann haben wir auch wieder stundenlang reden können, Du hast meine Gedanken ergänzt oder genau das ausgesprochen, was mir gerade durch den Kopf gegangen war. Und Du erklärtest mir die Welt neu, aus Deiner Perspektive gab es nur schwarz und weiß. Und das machte alles so viel einfacher. Wenn auch ich meine bunte Welt mit allen Farbspielereien so aufteilte, dann schienen all meine Probleme lösbar und ich mächtig und stark genug. Alles musste schwarz weiß sein, ganz oder gar nicht, richtig oder falsch, so oder nicht so. Ich wurde wirklich stur,doch das machte nichts,denn du warst genauso stur und wir haben uns gegenseitig gepusht.

Und dennoch: Je länger Du bliebst, desto mehr bist Du in Deine Monologe abgedriftet, die ich aber geduldig ertrug, denn somit konnte ich meinen eigenen gedankenschweren Kopf abschalten und Dir zuhören,es ertragen und verlor mich immer mehr in deinen so leicht klingenden monolgen.

Wie sich herausstellte, wohntest Du ganz in meiner Nähe und tauchtest ständig bei mir auf, immer öfter auch ungebeten. Ein paar Mal hast Du sogar bei mir übernachtet, da ich nicht den Mut hatte „Nein“ zu sagen. Es war ein wenig merkwürdig Dir am Frühstückstisch gegenüber zu sitzen. Aber auch das war Gewöhnungssache. Du bist schließlich meine Freundin, nicht wahr, Mia?

Im Nachhinein weiß ich immer noch nicht, wie Du es geschafft hast, mich so einzunehmen. Plötzlich bekam ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit anderen Freunden traf. Aber nicht ihnen, sondern Dir gegenüber, obwohl wir uns gar nicht so lange kannten. Wahrscheinlich fühlte ich mich verpflichtet, weil Du mich aufgebaut hattest, als es mir so schlecht ging. Und weil Du einmal geflüstert hattest, dass unsere Freundschaft „in guten wie in schlechten Zeiten“ halten würde. Irgendwie warst du immer bei mir aufeinmal,und es fiel mir schwer,mich auf etwas einzulassen,wusste ich doch dass du zuhause bei mir wartest.Nicht dass die Tür zugeschlossen war und du später sauer sein würdest!

Erst jetzt fällt mir auf, dass es mir durch dich manchmal besser,aber eben oft auch noch schlecht geht.Du wirst immer egoistischer und egozentrischer und ich werde in unserer Freundschaft kleiner und kleiner.Ich habe Angst dass meine Seele irgendwann ganz verschwindet.Wenn Du dann mal weg bist, musste ich mich erst einmal auf mein Bett legen und gut durchatmen, mich von Dir erholen.

Du verlangst immer mehr von mir und ich habe Dir – ohne es wirklich zu verstehen – all das geschenkt: meine Selbstachtung, meine Unabhängigkeit, meinen Stolz, meine Würde, mein Vertrauen, mein Geld und meine Zeit.Hatte vorher schon wenig davon, und nun..

Auch wenn ich Dir immer noch alles erdenklich Schlechte wünsche, weiß ich trotzdem, dass ich mich bei Dir bedanken muss. Für die schönen Momente, in denen Du mich auf Deine Art und Weise aufgefangen hast. Es tat wirklich gut,zu der Zeit.

Ich weiß nicht wieviele FrühlingSommerHerbstundWinter vergehen müssen, bis ich stark genug bin, Dir diesen Brief zu schicken. Ein Brief über eine losgelassene schwierige und besondere Freundschaft,zwischen dir und mir,Mia.Was ich an jenem Tag hoffentlich reinen Gewissens ohne dich im Hinterkopf behaupten kann.Ich wünschte, dass wir uns eines Tages fremd gegenüberstehen können und ich keine Sehnsucht habe,wenn ich deinen Namen höre.

In unsicherer Liebe und auf dass wir uns trotzdem nicht mehr sehen,

Mona

26.2.12 14:45


..und schicken stumm einsame Wünsche in die Nacht

Ich habe angst,dass wir uns nicht erkennen und uns ohne Emotionen gegenüberstehen,das herz unaufhörlich weiterschlägt-aufeinmal nicht mehr stolpert sobald man die Nähe des anderen spürt. Dass die sprechenden und flehenden Augen, kalten,sich flüchtig streifenden Blicken gewichen sind.
Mit dir durch Zeiten tanzen die lange vorbei sind,den Takt verloren-das rhytmische Körpergefühl unmöglich für uns.Wollen es nicht akzeptieren, bewegen uns weiter um uns zu schubsen-treten-anstoßen.
Verlieren wäre das schlimmste,das wissen wir beide.
Ich werde mich festhalten, sehr fest halten. Ich weiß du wirst auf meine Finger schauen und den Krampf wahrnehmen. Schmerzumleitung.
Mein erster Blick wird cool sein aber der zweite Blick lässt mich nicht. Ich werde versuchen dich zwischen den Gedankengewittern zu erkennen und meine Gesichtszüge zu kontrollieren. In deinen Augen kann ich sehen, dass ich diese Kunst nicht beherrsche. Mir zuliebe tust du wenigstens so,als wäre alles ''cool''. Ich weiß,du wirst ganz locker wirken, aber dem Zucken deiner Augen und den zuckenden Körperbewegungen werde ich entnehmen, dass du nervös bist. Dein Tick,der bleibt,egal wie fremd du mir bist.
Typische Floskeln wie " Wie geht's dir?" werden unpassend scheinen.
Ich werde das Eis brechen wollen,aber du wirst mir zuvor kommen und brings einen unlustigen Witz-doch mir wird es Recht sein,bleibt es mir erpart. Gezwungenes Lachen, gezwungene Suche nach Gefühlen.
Ich werde meinen kläglichen Wunsch nach deiner Hand greifen zu wollen, wahrnehmen. Ich werde mich kaum zurückhalten können, aber schaffe es doch. Ich höre dich tief einatmen und mich ausatmen. Wir haben den gleichen Rhythmus,was mich beruhigen wird. Wenigstens verbindet uns so doch noch etwas.
Es gibt Gründe. Gute schlechte Gründe.Die Erleichterung des Alleinseins wird lange auf sich warten lassen. Wir werden nebeneinander stehen und unsere Herzen die den Wunsch nach dem Weg zurück in das jeweilig schlagende Ding des anderen haben, leise bemerken. Wir schauen beide dem inhaliertem Rauch nach und schicken stumm einsame Wünsche in die Nacht. Getrennt voneinander werden sie wahr werden.Ich möchte die Zeit zurückdrehen,und dich greifen können,denn ich begreife mich nicht.




26.2.12 14:43


Halt mich fest

Mit fahrigen Fingern streicht sie sich ihre wirren Haare aus dem Gesicht.
Ihr Blick wandert durch das ihr so beengt erscheinende Zimmer,obwohl es so neu eingerichtet ist.

Weiße Wände, ein viel zu niedriger Tisch, auf dem sich etliche leere Flaschen und Essensreste stapeln und Schübe an Zetteleien, auf denen sich ihre Gedanken tummeln.
Irgendwann in gefühlsintensiven Momenten festgehalten, gekritzelt. Platz gefunden, für das, wofür ihr die Worte fehlen.

Sie seufzt, greift zu den Gauloises neben sich auf dem Fensterbrett, nimmt einen kräftigen Zug und spürt sofort, wie es sich durch ihre Lunge und kurz durch ihren geschwächten Körper frisst.
Es brennt.
Ihre Zehen kribbeln und die Fingerspitzen pulsieren.

Sie starrt aus dem Fenster und hat nur diese Augen im Blick, die sie leer und stumpf anstarren.
Sie zittert, nimmt noch einen Zug von diesen schädlichen beruhigenden Dingern, fängt an zu grinsen und bemerkt gar nicht, dass Tränen über ihre roten Wangen laufen.

Vor der Einsamkeit hatte sie keine Angst, nein.
Vor der Liebe?
Der Offenbarung?
Der Fragen?
Die Antwort ist die Flucht.
Leise, allein, verzweifelt und ohne jeden Feinschliff.

Erneut setzt sich etwas frei, was sie nicht möchte!Stets dieser innere Kampf, im Dialog mit sich selbst, bereit festzustellen, dass es nichts anderes war, als ein an Schizophrenie grenzendes, selbstzerstörerisches und von Selbstmitleid zerfressenes Zwiegespräch in ihr.Unkontrollierbar.

Natürlich sind diese Kopf und herzlosen Liebeleien Gift aber das sind die tägliche Prozedur und die Zigaretten auch. Konsumiere intensiv, fühle intensiver, Mensch sein, Seelen suchen.
Entschlossen springt sie von der Fensterbank, reisst sich ihre Jeans und den Pulli vom Leib, entledigt sich ihrer Unterwäsche und steht splitterfasernackt in diesem engen, weißem Zimmer.

Auf Zehenspitzen, mit tränenverschmiertem Gesicht und zitternden Schenkeln huscht sie ins Badezimmer . Keinen Zweifel, sie wird es tun…sich lösen, sich befreien und dabei nicht diese fremden Augen aus ihrem Kopf verbannen, die sie gerade noch angstarrten.

Mit jeder täglichen Routinebewegung und -tat, scheint der Schmerz in ihren Schläfen zu schwinden. Noch kurz duschen um die schwarze Seele wegzuwischen. Binnen weniger Minuten steht sie vollkommen erschöpft vor ihrem Selbst und lächelt sich an, doch der Blick ist der jene, leere, stumpfe den sie vergessen wollte

13.2.12 13:27


 [eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei
myblog.de