dorothy
Wir wollten mehr

Meine offenen Augen ruhten jedesmal auf deinen geschlossenen Lidern. Und Ich fing jeden deiner Atemzüge und holte damit tief Luft. Ich wollte dich bestehlen,irgendwie.

Wir malten unsere Zukunft mit bunten Farben, verloren uns in Tag- und Realitätsträumerei. Die Zweisamkeit hielt die schützende Hand vor das grelle Licht, das uns dann blendete. Wir zwangen uns zu blinzeln oder die Augen gar zu verschließen. Oft genug gelang es uns nicht und wir redeten über die ernsten Themen,die immer da waren, doch schnitten das Wort des anderen mit unseren Lippen.

Wir schärften unsere Sinne mit den Gefühlen des anderen und schon bald waren wir hochsensibel. Die Umwelt erschrak vor unserer Einigkeit trotz der unterschiedlichen Standpunkte. Sie versuchten uns zu ermutigen, währed wir wussten dass wir uns entglitten sind und es zwecklos ist,aber hörten den anderen gerne zu.

Unser Appetit war zu groß für unsere Münder. Wir verschluckten uns aneinander. Aber weder du noch ich stießen dem anderen übel auf, denn wir stillten den Hunger mit Liebe, ohne sie offensichtlich zuzugeben. Es reichte das sie da war, ...manchmal.

Wenn wir unterschiedliche Luft schnupperten, fiel es uns nicht leicht wieder zurück zu kommen und sie zu teilen. Das Atmen viel in solchen Nächten schwer. Unser sehnsüchtiges Schnappen nach eigenem hielt uns wach. Denn wir befanden uns in unterschiedlichen Möglichkeiten, die ganze Zeit.

Das Verlangen war groß, doch die Angst war größer. Wir wussten, wen wie vor uns hatten, wenn unsere erwartungsvollen Blicke sich trafen. Der Kuss der beste Trost und das Verdrängen das Angenehmste war.
Aber ein Gefühl ließ sich in keine Schublade packen. In den schönsten Momenten schrieben die Zweifel unsere Gedanken. Unsere Nähe las sie uns vor - ohne Stottern und flüssig war das Tempo denn die Zweifel waren zu klar. Wir versuchten nicht zu denken und hörten nicht zu.

So verging unsere Zeit. Wir nahmen uns keine Auszeit und gönnten uns keine Ruhe, denn wir wollten nichts verpassen und belogen uns mit Zärtlichkeiten und Kontakt.
Bis es nicht mehr ging. Wir scheiterten an zu viel Gefühl.

Wir wollten mehr.

...Mouns
13.2.12 13:16


Weißt du eigentlich

''Weißt du eigentlich,was ich für dich geben würde..?'' So fing alles an, denn das waren deine Worte die mich wirklich berührten. Warscheinlich aber nur welche, die irgendwo achtlos deinen Gedanken entsprungen waren um sich ihren Weg nach draußen bahnen zu können wo sie sich Gehör verschaffen konnten. Wo ich sie hören konnte. Ich wünschte ich hätte sie nie gehört. Zu spät- Willkommen in der Realität. Mein fragender Blick verfängt sich so oft irgendwo in dem dunklen Blau deiner Augen.Verliert sich dann zwischen Hoffnung und Skepsis während du mich immer wieder anschaust,dein Blick ruht auf mir. Dein Blick ist intensiv, bohrend. Dein Blick ist es, der sooft irgendeine böse Vorahnung in mir wach rüttelt. Einatatmen, ausatmen – nur nicht die sorgfältig aufgebaute Fassade zum bröckeln bringen lassen, war zu oft das einzige was in mir vorging. Früher war alles einfacher. Besser irgendwie. Ich vermisse die Zeit, in der wir noch ohne Erwartungen nebeneinander lagen und uns leise ins Ohr grinsten und uns an den Hals des anderen schmiegten. Fast so frei und gedankenlos wie wir früher ''Ich sehe was,was du nicht siehst,und das ist..'' spielten.Heute sind wir älter. Irgendwie anders. Verändert und gereift durch die Tränen inmitten unserer Gespräche. Neue Zeiten,neues Spiel,neue Regeln: „Ich weis etwas über dich, weil ich dich mittlerweile so gut kenne, und das ist ...'' Im Grunde genommen gefällt mir das Spiel nicht. Du bist mir immer einen Schritt voraus,denn wir sind uns immernoch so nah,dass es mich manchmal erschreckt. Dabei liebe ich prinzipiell Spielchen, ich beherrsche die Kunst des Spielens. Und du schüchterst mich auf eine Art und Weise ein, die mich gleichzeitig fasziniert. Du faszinierst mich.Und ich muss mir eingestehen, dass ich doch nicht so eine gute Schauspielerin bin, wie ich anfangs angenommen hatte.Dass die Zeit stehen bleiben kann ist kein literarisches Klischee sondern unsere momentane Wahrheit. Und die Wahrheit tut weh,dir und mir. Denn auch unsere Gefühle sind stehen geblieben. Aber lösen tun wir uns nicht voneinander,obwohl wir beide es möchten,irgendwie.Unsere Wahrheit ist noch nicht vorbei,denn deine scharfen Worte treffen mich. Auch das würde ich niemals zugeben.Ich stockte mitten in meiner Körperhaltung und starre auf dein Bild. Ich versuche einen gleichgütigen Gesichtsausdruck aufzusetzen,auch wenn ich weiß du siehst mich nicht an. Versuche mich krampfhaft darauf zu konzentrieren die Fassung zu bewahren und die Fassade aufrechtzuerhalten,also sage ich nichts und wir schweigen uns an während ich die Luft anhalte.

„So kalt“ Mein Herz pocht unkontrolliert in meiner Brust.
„So egoistisch
“ Mein Herz zieht sich mit einem Ruck unsanft zusammen.
„So herzlos“
Mein Herz setzt aus.
„So bist du nicht“
. Und in diesem Moment atme ich wieder aus.
''Ich weiß.'' Und drehe mich um,kann dir nicht  in die Augen schauen,nicht jetzt.

13.2.12 13:04


Während die Wimperntusche feine Linien zieht und sich in den Falten verliert

Stummer Schrei
Ein weiterer Satz überfiel deine Lippen und erschoss mich: "Ich kann nicht mehr." Wir schauten dabei zu Boden, während jede unserer Bewegungen die Stimmung zum Knistern brachte.Die Ehrlichkeit ließ uns beide verstummen.Wir hatten einander alles gesagt und alles gehört, sogar mehr als wir wollten. Es muss weitergehen,da waren wir uns einig und ich hätte deine Hand gerne fest gedrückt, doch dazu war die ungewohnte Situation zu neu,also wich ich zurück-sobald du deiner Hilflosigkeit nicht mehr standhieltst und mich kurz halten wolltest,nur um zu sehen dass ich nicht an der Trauer zerbrach. Als meine Tränen die erschöpften Wangen herunter liefen,erinnerte ich mich an die seltenen Stunden im früheren Zu hause und ich wünschte mir nichts mehr, als mein Gesicht in deinem Schal zu legen,der so sehr nach Zuversicht riecht-so,wie früher.Unsere Blicke trafen sich-und uns wie Blitze. Jedesmal ein kleiner Tod.Die Einsamkeit streicht die Wände im gemeinsamen Haus,die Schmerzen verantworten die Handlungen im gemeinsamen Leben.Wir stehen voreinander und wollen uns noch so viel sagen doch verstummen,denn die Schlaflosigkeit der letzten Monate holt und in diesem Augenblick ein. Ein weiterer Satz überfiel dich: ''Weißt du,du bist das wertvollste in meinem Leben und ich bin nur so wütend auf dich,weil du dich zerstörst und damit auch mein Herz.''.Aufeinander gepresste Lippen,Hände verkrampft,verschwommener Blick,weiche Knie. Ein kurzer Blick-Ein langer Tod.Du löst dich aus der Starre, wischt mit deinen Fingern die Tränen aus dem Gesicht während die Wimperntusche feine Linien zieht und sich in den Falten verliert.Während Ich mich in meiner Verzweiflung verliere und ansetze: ''Mama, ...''
13.2.12 12:56


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